„Notizbuch“ Kookkurrenzen, Kollokationen und Anekdoten

Der Notizbuchblog hat die Wortpatenschaft zu dem Wort Notizbuch übernommen. Patenschaften werden -gegen Gebühr- vom Verein Deutsche Sprache vergeben. Notizbuchblog.de wird sich als künftig darum bemühen, das Wort Notizbuch vor dem Aussterben zu bewahren. Nunja. zu den Bemühungen des VDS hatte ich hier ja schon mal was geschrieben. Ob nun das Wort Notizbuch vom Aussterben bedroht ist, so dahin gestellt. Bis zum Wiedererscheinen der Moleskin-Notizbücher, die eine alte Notizbuchkultur tatsächlich wiederbelebt haben, sah es so aus, als würden die Notizbücher selbst aussterben.
Mir scheint es jedenfalls nicht so zu sein, wie der Anglizismenindex des VDS vermutet, dass das Wort Notizbuch durch das englische notebook verdrängt wird. Bei notebook denke ich vielmehr an einen mobilen Computer (was in einer zweiten Bedeutung auch der VDS so sieht). An dieser Stelle sei eine kleine Anekdote erlaubt:

Das Wort notebook für die kleinen tragbaren Computer kannten meine Töchter schon sehr früh, noch bevor sie wirklich englisch sprechen konnten. Irgendwann einmal sahen sie das Wort von mir geschrieben und wunderten sich über die Schreibweise. Sie meinten es müsse doch not book geschrieben werden, da es ja kein Buch sei. Ein Notizbuch (eben notebook) sei es ja ganz sicher nicht.

Ganz bestimmt: trotz der Affinität der Jugend zur englischen Sprache, aussterben werden unsere Wörter deshalb sicher nicht.

Zurück zur Wortpatenschaft, die Notizbuchblog übernommen hat: Als erste Tat zur Rettung des Wortes gibt es einen Artikel mit morphologischen Angaben zum Wort und zu den Kookkurrenzen des Wortes. Diese sind aber ganz außerordentlich vom verwendeten Textkorpus abhängig. Dies erklärt die vom Notizbuchblog festgestellten Merkwürdigkeiten. Ich empfehle das DWDS (Das Digitale Wörberuch der deutschen Sprache des 20. Jh.) als ersten Angang um etwas über das Wort zu erfahren. Es basiert auf der Arbeit der Sprachwissenschaftler der Berliner Akademie der Wissenschaften und war schon in seiner Buchform als Wörterbuch der Gegenwartssprache eines der besten Wörterbücher des deutschen Sprachraumes (vergesst den DUDEN!!). In seiner derzeitigen Fassung ist das DWDS  ein ein Wortinformationssystem in dem Wörterbuchartikel mit Textbeispielen und statistischen Kookurrenzinformationen verknüpft werden.
Befragt man dieses Wortinformationsstem zu Notizbuch, bekommt man allerlei Interessantes heraus. Unter anderem eben auch Kollokationen, die doch etwas klarer sind, als die zitierten Kookkurrenzangaben und die graphisch so dargestellt werden:

Die Graphik ist dem DWDS nach der Suche nach Notizbuch entnommen und gibt die Wortnachbarschaften (Kollokationen) von Notizbuch wieder. Einen Verweis auf das DWDS gibt es auch im Artikel des Notizbuchblog.
Über diese Visualiserung des der Kollokationen hinaus erhält der Nutzer noch eine Menge weiterer sehr nützlicher Informationen zu dieser Lexemfügung (Notiz+Buch). Unter anderem viele  Belege (der registrierte Nutzer: 260; Registrierung kostenlos) des Wortes in echten Kontexten. Eine Fundgrube für jede/n Spracharbeiter/in!
Da die Korpustexte über einen ganzen Zeitraum gesammelt wurden, bekommt man auch Infromationen zur Statistik der gesuchen Wörter. Die Statistik von Notizbuch zeigt, dass die Verwendung von Notizbuch in der Belletristik seit den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts stark abgenommen hat, in den 60er Jahren eine Blüte hatte und nun beharrlich abnimmt. In Zeitungstexten und in der „Gebrauchsliteratur“ dagegen nimmt die Verwendung des Wortes wieder zu.
Statistik Notizbuch
Es gibt also noch Grund zur Hoffnung …
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Mal was anderes: Moleskin

MSH9Ein Thema, das mit Sprache nur ganz am Rande zu tun hat:  Wie präpariere ich mein Moleskin-Notizbuch?
Ich setze das Buch seit Jahren schon für die Sammlung von Aufgaben, Ideen und Hinweisen, Berichten, Protokollen, Gedicht-, Geschichten- und Seminarideen ein. Ja, richtig, man kann auch kostengünstigere Notizbücher bekommen, aber die Moleskins haben neben dem Nimbus, dass auch größere Geister (Auf den Schultern von Riesen …) Notizbücher dieser Art schon verwendet haben, auch eine ganz besondere Haptik.  Ich jedenfalls bin bereit, dafür ein bisschen mehr auszugeben …
Nunja, meine Moleskins begleiten mich also überall hin. Eine Zeitlang hatte ich auch immer noch einen Kalender dabei. Die moderne Technik hat mich dann aber dazu gebracht, meine Termine mit meinem mobilen Telefon („Smartphone“) und mit meinem Computer zu verwalten.
Einige Male hat mich diese Technik aber schon im Stich gelassen und ich musste meine Termine aus dem Gedächtnis und den Notizen rekonstruieren.  Ich habe dann doch wieder eine Sicherheitkopie meiner Termine auf Papier erstellt. Manchmal ist die langfristige Terminplanung auf Papier doch schneller und übersichtlicher. Ich habe aber nicht wieder einen zusätzlicher Kalender eingeführt, sondern den Kalender in meine Moleskin-Notizbücher integriert.
Dergleichen „Moleskin-Hacks“ werden an verschiedener Stelle beschrieben. Christian Mähler berichtet in seinem Notizbuchblog regelmäßig darüber.

Hier nun meine Variante einen Kalender in ein Moleskin-Notizbuch zu integrieren. Hauptproblem für mich ist, dass ein Moleskin  maximal für 2-3 Monate reicht.  Ich wechsel also alle 2-3 Monate das Notizbuch und der Kalender muss mit.

Zutaten

  • Moleskin A5
  • Selbstklebender Haftstreifen
  • Software Calender2Excel Excel-Macro von Nohmad Shamshad
  • A6-Post-its mit Linien
  • Farbige Reiter

Zunächst wird der Kalender ausgedruckt und an der kurzen Seite der A4-Blätter gelocht. Dann der Heftstreifen bestigt, die Schutzfolien am Klebestreien entfernt und dann auf die Tasche hinten im Notzizbuch geklebt (Vorsicht: So einkleben, dass sich die Tasche noch öffnen läßt). Nun werden die Kalenderblätter so gefaltet, dass sie nicht herausragen.

Auf der gegenüberliegenden Seite werden einige Seiten der A6-Post-Its eingeklebt. Sie dienen als (mobile) Aufgabenliste („ToDo“).
Jetzt noch die farbigen Reiter an den entsprechenden Seiten befestigen, um bestimmte Notizbereiche zu markieren, Seiten numerieren (für Verweise!) – fertig!

Den Bereich mit dem gelben Reiter nutze ich übrigens für Notizen zum Sprachgebrauch, der mir so auffällt. Für diese Notizen beschreibe ich das Notizbuch von der letzten Seite ausgehend und klebe den gelben Reiter immer auf die vordere Seite dieses Bereiches – so finde ich die Sprachnotizen immer ganz schnell.

Die Kalenderseiten lassen sich durch den eingekleben Heftstreifen leicht mit ins neue Notizbuch nehmen (ins nächste Buch wieder einen Hefststreifen kleben). Wer mag kann auch Ausdrucke aus seinem PC-Kalender auf diese Weise in sein Moleskin-Notizbuch einheften.

Wenn die Bilder in dieser Galerie zu sein sollten hier gibt sie nochmal in größer.